Lustige und beängstigende Anekdoten meiner Motorradreisen

Nevada   Washington   Idaho   Alaska   Utah   Nevada   Yellowstone   Adria   Süd-Osteuropa   Südwest-USA   Island    Schweden und Finnland   Norwegen   Irland

 

 
Flat tire in the middle of nowhere

Another flat tire on our motorcycle trip

Motorradtour durch Nevada  in 2018

Nachdem ich meinen ersten platten Reifen an meine Motorrad in 2016 hatte, hatten wir gleich zwei auf dieser Tour. Als erstes fand Jayne einen Nagel auf einer Schotterpiste in der Mitte von Nirgendwo. Zuerst versuchte ich eine Dose Fix-a-Flat, was natürlich nicht funktionierte. Ich wollte absolut vermeiden den Schlauch in der brennenden Sonne zu wechseln, da ich oftmals den Schlauch kneife, und wenn das passieren würde,was dann, ohne einen zweiten Ersatzschlauch? Wir reinigten den Reifen von dem Sprühzeug und der Schlauchwechsel ging erstaunlich problemlos, auch wenn uns das Trinkwasser in der Hitze ausging. Zwei Stunden später waren wir wieder unterwegs.

Zwei Tage später fand ich dann einen Nagel ein paar Kilometer ausserhalb von Ely, Nevada. Es gab keinen Seitenstreifen wo ich in Sicherheit den Schlauch hätte wechseln können, und da wir Pannenhilfe in unserer Versicherung haben riefen wir Progressive Insurance an, und damit fing der Alptraum an. Die Frau am anderen Ende der Leitung lass nur von einem Manuskript, dass absolut nicht auf Motorräder passte und wollte mich dann entweder nach Salt Lake City oder Las Vegas abschleppen lassen, beides rund 400 km entfernt. Letztendlich bekamen wir einen Abschleppwagen, der mich zu einem Motel in Ely brachte, wo ich den Schlauch im letzten Tageslicht wechselte und im Schein meiner Kopflampe fertig wurde. Wir hatten den Schlauch am Tag vorher in Winnemucca gekauft, im einzigen Motorradladen den wir seit dem gesehen hatten und es war der letzte Schlauch den sie in unserer Grösse hatten. Um einen neuen Ersatzschlauch zu bekommen machten wir dann einen 300 km Umweg nach Las Vegas, da wir nicht ohne Ersatz durch die sehr einsamen Gegenden von Nevada fahren wollten.

 

 
Washington State Mmotorcycle trip, pool

Washington State motorcycle trip, mosquitos

Motorradreise durch Washington State  in 2017

Wir vermeiden immer eine Motorradtour im August zu planen, aber dieses Jahr, arbeitsbedingt, war es entweder August oder garnicht. Also war es August. 
Normalerweise schaffen wir es nicht eine Motorradtour vor Mittag zu starten, aber da die Wettervorhersage 41C vorhersagte, schafften wir es tatsächlich um 10 Uhr morgens loszufahren, um im schattigen Wald zu sein wenn die höchsten Temperaturen eintrafen. Diese Hitze würde fast während der ganzen Tour bei uns sein, was einen deutlichen Einfluss auf uns und die Tour hatte. Wir fahren immer ATGATT (All The Gear All The Time), in voller Schutzausrüstung, und an einem Tag waren wir um 15 Uhr einfach fertig, also entschieden wir ein Motelzimmer mit Schwimmbad zu nehmen anstelle vom Zelten. Wir haben es absolut genossen.

Ein weiteres Problem mit einer Motorradreise im August ist, wie wir herausfanden, dass es Unmengen an Moskitos im Wald gibt.  Unser Zelt hat natürlich ein Moskitonetz, aber ich hatte noch nie unsere Hutnetze ausgepackt. Sogar auf unserer Alaskatour brauchten wir sie nicht, aber, wow, wie wir sie auf dieser Tour brauchten. Moskitospray hilft nur wenig und ich bringe immer meine Insektenschutz-Hemd und -Hose, welche leider langarmig sein müssen und daher recht warm sind, aber sie helfen. Die Hutnetze packen sehr klein und wiegen nicht viel, deshalb kann ich sie für jede Sommertour nur empfehlen .

 

 
Platter Reifen in Silver City, Idaho

Rauchiger Wald in Idaho
 

Motorradreise durch Idaho in 2016

Während unserer Idaho Motorradtour hatte ich meinen ersten Platte Reifen. Es war nur eine Frage der Zeit bis es passieren würde, und natürlich musste es in einer Geisterstadt in der Mitte von Nirgendwo passieren. Aber immerhin, erster Platten nach 225,000 km (140,000 miles), ich kann mich nicht wirklich beschweren.
Es war eine kleine Undichtigkeit, und da ich nicht gut bin Reifen zu wechseln (ich kneife meistens den Schlauch), entschied ich eine Dose "Fix-a-flat" zu versuchen. Es schien zu funktionieren, also fuhren wir zurück in die Zivilisation und hatten einen neuen Schlauch in einer Hondawerkstatt montiert.

An einer Ranger Station trafen wir jemand aus Kalifornien mit seiner KLR. Er empfohl uns wärmstens die Geisterstadt Custor zu besuchen, nicht weit von dort. Wir hätten wahrscheinlich den winzige Wegweiser nicht gesehen, hätten wir nicht danach gesucht. Also nahmen wir wiedermal eine einsame Schotterpiste zu einer Geisterstadt. Es war schon spät und der Ranger war gerade dabei in Custor abzuschliessen, aber sie sagte, dass es einen Campingplatz nur ein paar Kilometer weiter im Wald gibt, also entschieden wir dort zu zelten und die Geisterstadt am nächsten Morgen zu besichtigen. Während der Nacht wurde es rauchig und am Morgen war sehr viel Rauch im Wald. Wir waren etwas nervös, da wir von einigen Waldbränden in der Nähe wussten. Also hatten wir ein schnelles Frühstück, packten zusammen, und fuhren zurück zur Geisterstadt. 

 

 
Meziadin Provincial Park, Kanada

Grizzly Bär, Hyder, Alaska

Motorradtour durch Kanada and Alaska in 2015

Auf unserem Weg nach Hyder, Alaska zelteten wir im Meziadin Provincial Park. Er ist nur ca. 100 km von Steward, BC, aber es wurde spät und wir entschieden die Nacht hier zu zelten. Es ist ein sehr schöner Campingplatz am See, aber sei vorsichtig mit Bären. Jayne ging in der Nacht zur Toilette und bemerkte anscheinen nicht, dass ein Grizzly hinter ihr war, das ist zumindest was ein anderer Camper uns am nächsten Morgen erzählte.
Während der Motorradtour sahen wir etliche Bären entlang der Strasse und sogar zwei Grizzlys von der Bärenbeobachtungsstelle in Hyder, Alaska.

 

 

 
Shafer Switchbacks, Canyonlands, Utah

Shafer Switchbacks, Moab, Utah

 

Motorradreise durch Utah and Nevada in 2014

Wir fuhren von Moab, UT entlang der Potash Road in den Canyonlands National Park. Die Potash Road ist teilweise eine ziemlich rauhe Strecke und absolut nicht passierbar in einem Auto ohne Allradantrieb und erhebliche Bodenfreiheit.
Im Tal des Canyonlands National Park kamen wir zu den Shafer Switchbacks, eine Strasse aus Boden, Schotter und Fels, die eine 400 meter hohe Felswand hoch geht. Wie der Name vermuten lässt , hat die Strasse etliche Serpentinen und ist allgemein sehr steil.
Ich hielt unten an um ein paar photos zu machen, während Jayne die Strecke in Angriff nahm. Als ich um die dritte Serpentine kam bekam ich fast einen Herzinfarkt. Ich sah Jayne's Motorrad auf der Seite und sie darunter eingeklemmt, in einem Graben an der Felswand.
Ich hob das Motorrad soweit an, dass sie darunter herauskriechen konnte. Ihre Alukoffer verhinderten, dass das Motorrad ihr Bein zertrümmerte. Sie war verwirrt, was ich erst mit einem Schock in verbindung brachte, aber es stellte sich heraus, dass sie eine Gehirnerschütterung hatte, da sie die Felswand mit dem Helm getroffen hatte.  Nach ungefähr einer halben Stunde, mit Rangers und Rettungsdient vor Ort, kam sie langsam wieder zu Sinnen. Sie wurde mit einerm Allrad-Rettungswagen ins Krankenhaus nach Moab gebracht. Dort bekam sie eine Cumputertomographie, um sicher zu stellen, dass sie keine Gehirnblutungen hatte, oder ähnlichen, was nicht der Fall war. Ihre Seite der Geschichte gibt's hier (nur in Englisch).
Nach drei Tagen Erholen und Heilen in einem Motel in Moab war sie soweit die Tour fortzusetzen.

  

 
Nevada

Mina, Nevada

 

  

Motorradreise durch Kalifornien und Nevada in 2012

Anfang September 2012 fuhren wir von Oregon nach Kalifornien, wo wir Freunde besuchten. Dann weiter nach Nevada, von wo aus wir zurück nach Oregon wollten. Wir hatten perfektes Wetter auf der Tour durch Kalifornien und anfangs auch in Nevada. An einem Tag hatten wir geplant gegen Abend Tonopah in Nevada zu erreichen. Wir waren noch gut eine Stunde Fahrt von Tonopah entfernt, als vor uns eine schwarz Wand auftauchte, eindeutig ein Gewittersturm. Wir hielten an und versuchten abzuschätzen ob der Sturm mit deutlich sichtbarem heftigem Regenfall und Unmengen an Blitzen vorbeiziehen würde. Das war nicht der Fall und wegen der vielen Blitze wollten wir nicht riskieren auf dem Motorrad der höchste Punkt in der weit offenen, flachen Prärie zu sein. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass der nächstgelegene Ort in der Sturmabgewandten Richtung ca. 100 km entfernt war, also auf nach Mina, NV. Dort angekommen, es war schon dunkel, stellten wir fest, dass der Ort nicht viel zu bieten hatte, eine Kneipe und diverse zugenagelte Häuser. Wir gingen in die Kneipe um nach einem möglichen Campingplatz zu fragen. Die Kneipe war etwas runtergekommen und an einem runden Tisch sassen ein paar Leute die Poker spielten, einer von ihnen hatte eine Augenklappe. Der Wirt sagte es gäbe keinen Campingplatz in der Nähe, aber wir könnten auf der überdachten Bühne draussen zelten oder auf dem Boden in seinem Wohnwagen schlafen. Als wir beides dankend ablehnten sagte er wir könnten auch im Park auf der anderen Strassenseite unser Zelt aufbauen. Wir sahen uns den Park an, es war ein kleiner Platz mit Schotter, en paar Bäumen und zwei Grills, direkt an der Hauptstrasse. In Mangel anderer Möglichkeiten schlugen wir unser Zelt im "Park" auf und erfreuten uns an den LKW's die die ganze Nacht vorbeidonnerten. Am nächsten Morgen packten wir zusammen und setzten unseren Weg etwas übermüdet nach Tonopah fort.

   

 

  

 

Yellowstone

Yellowstone

 

Motorradreise nach Yellowstone in 2011

Mitte Juni 2011 fuhren wir von Oregon nach Yellowstone. Es war schönes Wetter und teilweise auch richtig heiss. Wir hatten natürlich gelesen, dass Yellowstone sehr hoch liegt, und dass es im vergangenen Winter viel Schnee gegeben hatte. Wir hatten auch gehört, dass es noch Restschnee geben sollte, was uns zwar etwas schwer viel zu glauben, da wir auf der Anreise Temperaturen von weit über 30°C hatten, aber gut. Als wir dann auf dem Campingplatz eincheckten waren wir doch etwas erstaunt, nicht nur zeigte mein GPS über 2600m, sondern sie hatten gerade erst neue Plätze freigeräumt, der Schnee lag stellenweise noch über 1m hoch. Sie ermahnten uns auf jeden Fall die Bärkisten für unsere Lebensmittel zu verwenden, die Kisten waren aber irgendwo unter dem Schnee versteckt. Der zugewiesene Zeltplatz bestand aus einer ca. 2m hohen Schneewand und der Strasse davor. Wir suchten einen besseren freien Platz und forderten dann einen Platztausch, was auch genehmigt wurde. Der neue Zeltplatz war zwar auch nur eine geräumte, geteerte Parkfläche, aber zumindest waren wir von der Strasse weg. Wir liehen uns eine Schaufel von den Nachbarn und starteten die Suche nach unserem Tisch und der Feuerstelle. Nach ein paar "Probebohrungen" hatten wir sie gefunden und begannen mit der Ausgrabung, Schnee schaufeln  im Juni ist ja mal anderes. Die ersten zwei Nächte waren zwar kalt aber auszuhalten, die dritte Nacht schneite es dann und es war weit unter dem Gefrierpunkt, so dass wir froh waren am Nächsten Tag weiterzufahren. Es war ein kaltes, aber auch ein interessantes Erlebnis im Schnee zu zelten, besonders Mitte Juni.

  

  

 

 

Bulgarien Motorradreise durch Süd-Osteuropa in 2008

In Bulgarien, Mazedonien und im serbischen Teil von Bosnien wird die kyrillische Schrift verwendet. Das macht nicht nur das Lesen von Verkehrsschildern zu einer Herausforderung, sondern, insbesondere in abgelegenen Gebieten, auch das Lesen von Speisekarten, da man dort mit deutsch oder englisch auch nicht viel weiter kommt. In Shumen in Bulgarien fanden wir dann ein Restaurant wo wir uns zumindest etwas mit dem Kellner verständigen konnten. Wir bestellten dann was er uns empfahl, Hähnchen in Tomatensosse, war fantistisch. Da es so gut war liessen wir ihn dann den Namen des Gerichts in kyrillisch aufschreiben und benutzten diesen Zettel dann zum Bestellen in anderen Restaurants.

  

  

 

 

Albanien

 

 

Motorradreise rund um die Adria in 2006

Ich kam morgens über die Grenze nach Albanien von Griechenland, dann gegen Mittag hielt ich an diesem kleinen Restaurant in Süd-Albanien zum Mittagessen an. Der Koch, der auch gleichzeitig die Bedienung war, brachte mir die handgeschriebene Speisekarte, die ich natürlich nicht lesen konnte. Nach einem kurzen Sprachenwirrwahr (ich in deutsch und englisch, er in albanisch und sonstwas) stellten wir fest, dass wir keine gemeinsame Sprache fanden. Daraufhin nahm mich der Koch mit in die Küche und öffnete alle Töpfe. Es sah alles gut aus und roch auch gut, aber ich wusste immernoch nicht wirklich was es war. Dann zeigte der Koch auf einen Topf und sagte "Määh", zeigte auf einen anderen und sagte "Muuh", nachdem wir beide gut gelacht hatten, bestellte ich Muuh mit Reis -- hat sehr gut geschmeckt!

 

 

 

 

USA

USA

 

 

 

Motorradreise durch den Südwesten der USA in 2005

Ich hatte mein Motorrad nach Los Angeles verschifft für eine 6-wöchige Motorradtour durch den Westen. Nach knapp einer Woche, Mitte Mai, war ich dann in Las Vegas in Nevada bei 40ºC. Es war nicht nur heiss, sondern ich stand stundenlang im Verkehrsstau in der Stadt. Ich merkte, dass die Öltemperatur des luftgekühlten Motors immer weiter anstieg. Also habe ich den Motor ausgemacht sobald ich wieder stand, um weiteres Überhitzen zu vermeiden. Das gelang aber nur bedingt, da durch das ständige starten die Batterie schwach wurde. Als ich endlich eine Seitestrasse mit weniger Verkehr fand und dort abbog stand das Ölthermometer auf geschätzte 160ºC (die Anzeige hört bei 140ºC auf und hat bei 120ºC einen roten Strich). Ihr fragt jetzt natürlich warum ich nicht früher angehalten habe, das war aber leider nicht möglich, da Bürgersteige sehr hoch, oder sogar eingezäunt sind und ein Anhalten auf einer 4-spurigen Strasse einfach nicht ist. nachdem ich dann in der Seitenstrasse angehalten hatte und der Motor abgekühlt war, fuhr ich auf Seitenstrassen aus der Stadt. Zwei Tage später war ich dann kurz vor Flagstaff in Arizona als ich das schlimmste Motorengeräusch hörte, das ich je gehört habe. Ca. 20 km später war ich dann in der Stadt und fand auch direkt eine Honda Werkstatt, die sogar an diesem Sonntag geöffnet hatte. Da die Honda NX650 Dominator nur für 2 Jahre in den 80er Jahren in den USA verkauft wurde hatte niemand hier je so ein Motorrad gesehen, bis dann ein alter Mechaniker kam. Er kannte das Motorrad und nach der Diagnose gerissener Zylinderkopf wusste er auch schnell wo er einen neuen per Expressversand besorgen konnte. Somit war ich dann 3 Tage später wieder auf Achse. Vielen Dank! Das furchtbare Geräusch war übrigens ein Ventilsitz, der durch den gerissenen Zylinder rausrutschte und dann vom Ventil wieder reingedrückt wurde.

 

 

 

 

Island

Island

 

 

Motorradreise nach Island in 2002

Irgendwo in der Mitte von Nirgendwo in Island fing es an zu regnen (soll ja schon mal vorkommen). Also hielt ich an um meinen Regenkombi anzuziehen. Da ich mein Portemonnaie im Regenkombi nicht erreichen kann, ich aber bald tanken musste, nahm ich das Portemonnaie aus meiner Hosentasche um es in meine kleine Lenkertasche zu packen. Nach ca. einer Stunde fahrt hörte es wieder auf zu regnen, also hielt ich wieder an um den Regenkombi auszuziehen. Dann bekam ich fast einen Herzinfarkt als feststellte, dass mein Portemonnaie nicht in der Lenkertasche war. Ich hatte es auf meine Gepäckrolle gelegt während ich de Regenkombi anzog, um es dann in die Tasche zu packen, was ich aber offensichtlich vergessen hatte. Ich suchte in Panik in allen möglichen und unmöglichen Stellen auf dem Motorrad, dem Gepäck und meiner Kleidung, aber es war nicht da. Das Portemonnaie musste also während der Fahrt runtergefallen sein, und es hatte mein ganzes Geld, Kreditkarten, Ausweis und Führerschein! Nachdem ich mehrfach "Schei..e!" gebrüllt hatte, setzte ich mich wieder aufs Motorrad und fuhr die Strecke im erste Gang zurück, die Augen auf die Piste und den Straßenrand fokussiert. Als ich dann endlich in den Bereich kam wo ich den Kombi angezogen hatte, hatte ich die kleine Hoffnung das Portemonnaie zu finden schon fast aufgegeben. Ich beschloss die Strecke auf- und abzufahren bis mir das Benzin ausgehen würde und dann dort zu zelten bis der nächst vorbeikommen würde. Dann plötzlich viel mir ein flacher, rechteckiger Stein im Matsch auf, ich hielt an und hob ihn auf - und es war tatsächlich mein Portemonnaie! Ich habe noch nie solch einen Freudentanz aufgeführt wie in diesem Moment, gut dass es keiner gefilmt hat.

 

 

 

 

Finnland

 

 

 

 

Motorradreise nach Schweden und Finnland in 2002

Meine Motorradtour sollte im Mai von Deutschland durch Schweden bis über den Polarkreis gehen, and dann durch Finnland wieder nach Hause. Durch Schweden hatte ich tolles Wetter, und selbst kurz vor dem Polarkreis noch 15ºC. Dann schlug das Wetter über Nacht um und es war plötzlich nur noch 2ºC Höchsttemperatur und regnerisch. Das war zwar nicht schön, aber ich war auf dieses Wetter vorbereitet, also fuhr ich weiter nach Norden. Zwei Tage später, ich hatte gerade die Grenze nach Finnland überquert, wurde es noch deutlich kälter. Die Tageshöchsttemperatur lag deutlich unter dem Gefrierpunkt und es schneite stellenweise sehr stark. Ich war schon nach nur einer Stunde Fahrt so durchgefroren, dass ich meine Finger nicht mehr bewegen konnte. Ich beschloss so schell wie möglich nach Süden zu fahren, aber nach drei weiteren Stunden Fahrt konnte ich einfach nicht mehr. Dann sah ich ein Schild für eine Campinghütte und beschloss sie zu nehmen, der Preis war egal. Es stellte sich heraus, dass es eine richtige Luxushütte war, die ich (wohl aus Mitleid) zu einem annehmbaren Preis bekam. Die Hütte hatte nicht nur eine Heizung, sondern auch eine Sauna! Ich feuerte die Sauna an und setzte mich rein, bis ich wieder eine akzeptable Körpertemperatur hatte und ging dann ins Bett, wo ich fast 12 Stunden schlief. Die nächsten zwei Tage fuhr ich dann weiter nach Süden, wie auf der Flucht, und übernachtete in warmen Hotels, bis die Temperaturen wieder annehmbar wurden und ich den Heimweg etwas entspannter fortsetzen konnte.

 

 

 

 

Norwegen, Nordkap

 

 

Motorradreise zum Nordkap in Norwegen in 2001

Auf dem Weg zum Nordkap in Norwegen entschloss ich mich kurzfristig die Fähre von Bodo auf die Lofoten zu nehmen. Die Fähre fährt aber nur zweimal pro Woche und natürlich nicht als ich ankam. Aber es war zufällig gerade das Postschiff der Hurtigruten da und es sollte in wenigen Minute auslaufen. Also schnell ausfindig machen wo ich ein Ticket kaufen kann und auch ob sie überhaupt Motorräder mitnehmen. Sie nehmen Motorräder mit und auch Autos solange der Platz ausreicht. Als ich fragte wo ich das Motorrad aufs Schiff fahren kann zeigten sie nur auf de Kran. Der Kapitän kam von Bord und inspizierte mein Motorrad auf Beschädigungen und schrieb diverse Kratzer auf, nach dem Entladen auf de Lofoten inspizierte er es wieder und ich unterschrieb, dass sie es nicht beschädigt hatten. Die normale Fähre ist zwar etwas billiger, aber ich wollte nicht Tage auf sie warten und die Verladung war den Mehrpreis wert.

 

 

 

 

Irland

 

 

Motorradreise nach Irland in 2001

Meine Irlandtour war die erste grosse Tour mit meinem neuen Gepäck. Ich mochte die grosse Tasche, da man zwei kleinere Seitetaschen runterklappen kann um die Breite des Motorrads zu verringern. Mit einem zweiten Reisverschluss kann man die Seitetaschen auch ganz abnehmen. Dies habe ich direkt als Problem erkannt und diese Reisverschlüsse zugenäht, so dass sie sich nicht während der Fahrt öffnen können. Auf den sehr schlechten Strassen in Irland und besonders auf den Pässen muss sich dann aber doch ein Reisverschluss geöffnet haben und ich verlor eine Seitentasche. Als ich das Fehlen der Tasche merkte fuhr ich zurück um sie zu suchen, konnte sie aber nicht finden. Somit hatte ich nicht nur die Seitetasche verloren, sondern auch einen Pullover, eine Jeans und meinen Regenkombi. Erstaunlicherweise regnete es auf der restlichen Tour nicht, bis ich dann in England kurz vor der Fähre war, Glück im Unglück.

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Qualität ist entscheidend, nicht nur auf einer RTW Tour.